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Weihnachtswanderung

Gepostet am 10. Dezember 2017 um 19:05

Ich gehe spazieren.


Zu meinen Füßen liegt die Stadt.

Hektisch und schrill, laut und grell,

mit all ihrem Jingle Bells und Hundegebell,

mit Lichterketten und „Nur 5 Euro statt zehn“

- ich werde weiter gehn.


Um meinen Bauch wabert der Nebel

weiß und dicht

undurchsichtig, unnachgiebig

so wie die Menschen, denen ich begegnet bin.

Er ist unendlich weit und versperrt mir den Blick

auf all das, was ich sowieso nicht sehen will.


Auf die Welt und das Geld,

die Konservenmusik und das Zelt

in dem der Weihnachtsmann Maroni brät.

Auf „Kling, Kassa, klingelingeling“

und auf „Sing, Münze, sing“

und die falsche Vorfreude, die alle verrät.


Mein Blick ist frei.

Er gleitet über den Nebel - in die Weite.

Mein Herz wird froh und mein Kopf leicht.

Weiter hinten leuchtet ein Licht.

Es ist freundlich und lächelt mir zu.


In mir wird es still.

Himmlische Ruh

Das muss der Weihnachtsfrieden sein,

denke ich, und mache die Augen zu.


Und um mich und in mir wird’s hell.


(2011)


Kategorien: Texte